Projektmanagement in der ME/MST: Von der Prozessidee zur Serienfertigung

Ideal für Ihren Einstieg. Der Kurs vermittelt fundiertes Basiswissen.
In diesem Seminar lernen Sie die Grundprinzipien, Methoden und Werkzeuge des klassischen Projektmanagements kennen. Dies umfasst Einblicke in die Rollenverteilung, Verantwortlichkeiten und den Einsatz von Instrumenten wie dem Projektstrukturplan, dem Gantt-Diagramm, der Risikoanalyse, der Stakeholderanalyse und der Meilensteinplanung. Darüber hinaus werden typische Herausforderungen und Lösungsansätze in Projekten diskutieren, um eine praxisorientierte Anwendung des Gelernten zu gewährleisten.
Auf Anfrage
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Inhalte & Beschreibung​
Grundlagen des Projektmanagements in der ME/MST
  • Branchenspezifische Projektdefinition

 

Ein Projekt in der Mikroelektronik/ME ist z. B.:

  • Entwicklung eines neuen Sensors oder ICs
  • Einführung eines Ätz- oder Beschichtungsprozesses
  • Anlagenbeschaffung und Hook-Up für den Reinraum
  • Transfer von Pilot- in Serienfertigung

 

Typische Merkmale:

  • Hohe technologische Komplexität
  • Hohe Investitionen
  • Strenge Qualitäts- und Dokumentationspflicht
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit (Prozess, Qualität, Anlagen, Kunde)

 

Methoden und Tools des Projektmanagements (Praxisbezug zur Mikroelektronik/MST):
  • SMARTe Ziele
    B. Yield-Steigerung von 88 % auf 94 % bis Q3.
  • Anforderungsmanagement
    Technische Spezifikationen, Zuverlässigkeit, Normen (z. B. Automotive).
  • Stakeholderanalyse
    Prozessingenieure, Anlagenhersteller, QM, Kunden, Lieferanten.
  • Risikoanalyse
    Technologierisiken, Anlagenverfügbarkeit, Kontamination, Terminverzug.
  • Projektstrukturplan & Meilensteine
    Machbarkeit → Pilotlauf → Qualifikation → Serienfreigabe.
  • Termin-, Ressourcen- und Budgetplanung
    Berücksichtigung von: Reinraumkapazität; Anlagenstillständen; Maskenkosten; Millioneninvestitionen; Lasten- und Pflichtenheft

Besonders wichtig bei Anlagenbeschaffung oder Produktneuentwicklung.

Projektsteuerung von Mikroelektronik/MST-Projekten
  • Steuerungsaspekte
  • Termin- und Kostenkontrolle
  • Yield-Entwicklung
  • Prozessstabilität
  • Projektdokumentation
  • Versuchsberichte
  • Qualifikationsnachweise
  • Auditdokumente
  • Qualitätsmanagement
  • SPC
  • FMEA
  • Prozessfähigkeitsanalyse
  • Änderungsmanagement

Kleine Prozessänderungen (z. B. Fotolack) erfordern Requalifikation und Freigabe.

Wissen
Die Teilnehmenden können …
  • ein Projekt im Kontext mikroelektronischer Wertschöpfung definieren (z. B. Prozessentwicklung, Anlagenintegration, Produktneueinführung)
  • Merkmale technologiegetriebener Projekte in der Mikroelektronik erläutern (hohe Investitionskosten, Reinraumbedingungen, komplexe Prozessketten, Qualifikationsanforderungen)
  • Projektarten unterscheiden (z. B. Yield-Optimierungsprojekt, Transfer von Pilot- in Serienfertigung, Einführung neuer Lithographieanlage)
  • Methoden wie SMART-Ziele anhand mikroelektronischer Kennzahlen erklären (z. B. Yield, Prozessfähigkeit, Durchlaufzeit)
  • Zusammenhänge zwischen Terminplanung, Anlagenverfügbarkeit und Reinraumkapazität darstellen
  • die Bedeutung von Qualitätsmanagement in Halbleiterprojekten begründen (z. B. SPC, FMEA, Qualifikationsläufe, Auditfähigkeit)
  • Notwendigkeit eines strukturierten Änderungsmanagements bei Prozessänderungen erklären (z. B. Änderung Fotolack → Requalifikation → Serienfreigabe)
 
Fertigkeiten
Die Teilnehmenden können …
  • SMARTe Ziele für ein mikroelektronisches Projekt formulieren (z. B. Steigerung des Lithographie-Yields um 5 % innerhalb von 6 Monaten)
  • eine Stakeholderanalyse für ein Technologieprojekt durchführen (Prozessingenieure, Anlagenhersteller, Qualitätssicherung, Kunde, Lieferanten)
  • projektspezifische Risiken identifizieren und bewerten (z.B. Kontaminationsrisiko im Reinraum, Lieferverzug von Spezialanlagen, Nichterreichen elektrischer Zielwerte)
  • einen Projektstrukturplan für die Einführung eines neuen Prozesses entwickeln (Machbarkeit → Parameterstudie → Pilotlauf → Qualifikation → Serienfreigabe)
  • Arbeitspakete für Versuchsreihen oder Anlagenintegration strukturieren und terminlich planen
  • Ressourcenbedarf unter Berücksichtigung von Reinraumkapazitäten und Spezialpersonal abschätzen
  • Budgetbedarf, z.B. unter Einbezug von Maskenkosten, Anlageninvestitionen und Testaufwand kalkulieren
  • Auswirkungen technischer Änderungen auf Yield, Qualität und Projektzeit bewerten
  • projektbezogene Dokumente (z.B. Lastenheft-Auszug für eine Ätzanlage) erstellen
 
Personale Kompetenz
Die Teilnehmenden können …
  • Verantwortung für ein definiertes Arbeitspaket in einem mikroelektronischen Projekt übernehmen
  • im interdisziplinären Team (Prozess, Qualität, Anlagen, Kunde) zielgerichtet kommunizieren
  • Zielkonflikte zwischen Qualität, Durchlaufzeit und Kosten in der Halbleiterfertigung reflektieren und abwägen
  • mit technologischen Unsicherheiten konstruktiv umgehen (z.B. unerwartete Yield-Einbrüche im Pilotlauf)
  • eigene Beiträge zum Projekterfolg kritisch reflektieren und Verbesserungen ableiten
  • Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen im Reinraum verantwortungsbewusst einhalten

Zielgruppe

  • Fachkräfte mit wenig Erfahrungen im Bereich Projektmanagement oder
  • Quereinsteiger*innen oder Interessierte am Thema mit relevanter Berufserfahrung
  • Interessierte am Thema

Teilnahmevorraussetungen

  • Ausbildung zum/r Mikrotechnologen/in
  • Ausbildung in artverwandten Berufen
  • Quereinsteiger/innen
  • Interessierte am Thema

Termine

Auf Anfrage

Zertifikate & Abschlüsse

ECTS-Punkte: 3 CP

Die Art der Prüfung wird in der Veranstaltung bekannt gegeben.

Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Teilnahmezertifikat bescheinigt.

Regionales Berufsbildungszentrum des Kreises Steinburg Fachbereich Mikro- und Nanotechnologien

Das Regionale Berufsbildungszentrum des Kreises Steinburg (RBZ) ist als Anstalt öffentlichen Rechts eines der größten Berufsbildungszentren des Landes. Der Fachbereich MNT ist überregionaler Kooperationspartner in der Berufsaus-, Fort- und Weiterbildung und unternehmensinternen Personalentwicklung. Maßgebliche institutionelle Einrichtung der Aufstiegsfortbildung für Mikrotechnolog*innen ist die integrierte Staatliche Technikerschule für MNT mit dem Abschluss Bachelor Professional. Im Sinne des Projektziels der Durchgängigkeit und Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung entwickelt der Fachbereich ein hochwertiges und vielfältiges Masterprogramm aufbauend auf den bisherigen Bachelor- und Techniker*innenabschlüssen (Master/ Master Professional) mit verschiedenen Partner*innen.

Kosten

Die Erprobung dieses Kurses wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des Projekts skills4chips gefördert. Dadurch entstehen für Sie keine Teilnahmegebühren. Im Gegenzug verpflichten Sie sich, an der Evaluation des Kurses teilzunehmen.

Benötigte Arbeitsmaterialien

Benötigtes Arbeitsmaterial wird vor Ort gestellt.

Informationen und Beratung

Oliver Knebusch: knebusch.oliver@RBZ-steinburg.de

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